NYOTAIMORI (ÖEA)

von Sarah Berthiaume, aus dem Französischen von Frank Weigand

 

Maude ist freie Journalistin, schreibt an einem Dossier über „Berufe der Zukunft“ und arbeitet rund um die Uhr. Da kommt es natürlich zu Konflikten mit ihrer Freundin, die auch einmal Urlaub mit ihr machen will. Ein Roadtrip à la Thelma & Louise schwebt ihr vor. Stattdessen erlebt Maude dann aber einen Trip ganz anderer Art: Im Kofferraum ihres Autos trifft sie auf einen Autostreichler aus Japan und eine Näherin aus Indien. Was die Menschen in diesem Stück verbindet, ist ihre Angst vor der Leere und die große Sehnsucht nach Leben. Eine Sehnsucht, die kein Ziel kennt. Nur Arbeit. Nyotaimori steht für die extrem ausgefeilte japanische Tradition, Sushi vom regungslosen Körper einer nackten Frau zu essen, was sehr kostspielig und daher wenigen Männern vorbehalten ist. Sarah Berthiaume nennt so ihr Stück, weil es ein ökonomisches System zeigt, das Menschen in Maschinen und Frauen in Objekte verwandelt. Totale Dienstfertigkeit, Zerstreuung und Unterwerfung unter den Kunden inklusive.

 

Tiroler Landestheater Innsbruck, K2

Premiere: 24. November 2019

 

Regie: Susanne Schmelcher

Bühne und Kostüme: Marion Hauer

Dramaturgie: Romana Lautner

Mit: Marion Fuhs, Ulrike Lasta, Stefan Riedl

                                                                                                                                                                                                              Fotos: Rupert Larl

Pressestimmen

 

"Ein ständiges Surfen auf der Oberfläche des Lebens. Jeder schielt auf das Leben des anderen, dem es vermeintlich ein bisschen besser zu gehen scheint. Und in Nyotaimori gelingt es auch, sich in die Haut des anderen zu versetzen, in die Welt des anderen zu gleiten. Ob durch reale Türen, geistige Schlüssellöcher oder surreale Computerwelten. Mit gutem Sound und einem witzigen Licht- und Projektionskonzept. Oft braucht es gar kein großes Theater, um mit einem guten Content, Know-How und State of the Art den vollen Impact des Targets zu erreichen."

Erna Cuesta / Krone / 26.11.2019

 

"Marion Fuhs als Journalistin, Ulrike Lasta und Stefan Riedl in gleich mehreren Rollen trumpfen mit feinen Studien zwischen übersteuertem Slapstick und echter Verzweiflung auf. Hier glänzt der Style. Und trotzdem geht es jederzeit an die Substanz.."

Joachim Leitner / Tiroler Tageszeitung / 26.11.2019