ELLA

von Herbert Achternbusch

 

Ella lebt zusammen mit ihrem Sohn Josef in einem Hühnerstall. Sie erzählt von ihrem kaputten Leben. Einmal begonnen, kann sie nicht mehr aufhören. Oder ist es Josef, der hier erzählt? Die Lebensgeschichte einer Frau namens Ella als Geschichte einer Gefangenschaft – in der Familie, im Gefängnis, in der psychiatrischen Klinik. Die Geschichte handelt von der systematischen Vernichtung eines Menschen durch die Gesellschaft. Denn Ellas Fluchtversuche scheitern. Was bleibt, ist die Revolte im Kopf. Das herzzerreißende Elend einer Frau wird durch den Zerrspiegel des Mannes, der sie spielt, zum Anlass für Gelächter. Mit bitterem Humor zeichnet Herbert Achternbusch in Ella, seinem ersten Theatertext (uraufgeführt 1978 am Staatstheater Stuttgart), das unfassbare Porträt eines vom Leben benachteiligten Menschen.

 

Theater und Orchester Heidelberg, Zwinger 1

Premiere: 1. April 2015

 

Regie: Susanne Schmelcher

Bühne und Kostüme: Erika Hoppe

Dramaturgie: Stephanie Michels

Mit: Hans Fleischmann

    Fotos: Annemone Taake


Pressestimmen


Die Rezensentin der Rhein-Neckar-Zeitung (05.04.2015), Monika Frank, zeigt sich beeindruckt von der »ernsthaften Qualität« des Abends und insbesondere von der »eindringlichen« Leistung des Darstellers. Fleischmann meistere »die schwierige Gratwanderung zwischen Verkörperung des Sohns und Spiegelung der Mutter bewundernswert souverän«. Ihr Fazit: »Das Premierenpublikum dankte mit lang anhaltendem Beifall für eine stimmige, nachhaltig wirkende Inszenierung, die genauso sehenswert ist wie die kleine Ausstellung, die ergänzend dazu angeboten wird.«

 

Als »eindringlich und mitreißend« beschreibt auch Sandra Dörr im Mannheimer Morgen (07.04.2015) den Abend und die Darstellung Hans Fleischmanns, dem es gelänge, »sein Publikum zu fesseln«: »Wie Fleischmann das spielt, ist eindrücklich – und manchmal sogar lustig. Langanhaltender Applaus belohnt seine sehr gute Leistung«.