COVERGIRL

Wie Lynndie England dazu kam, das böse Amerika zu verkörpern

von Barbara Herold

  • Eingeladen zum Autorenfestival „Maximierung Mensch“ am Theater Trier im Juni 2010

Im Frühjahr 2004 gingen die Fotos der Folterer aus dem irakischen Militärgefängnis von Abu Ghraib um die Welt. Darauf zu sehen sind irakische Häftlinge, wie sie gedemütigt, gequält und zu sexuellen Handlungen genötigt werden. Darauf zu sehen sind auch die Täter, amerikanische Soldaten der Militärpolizei, die lachend in die Kamera schauen, als handele es sich um Souvenirfotos. Sinnbildlich für sie alle aber steht vor allem ein Gesicht: das Gesicht Lynndie Englands. Ihre Fotos sind Geschichte geworden: Lynndie mit einem Häftling an der Hundeleine, Lynndie grinsend hinter eine Pyramide nackter Männer. Lynndie England, Mutter eines Sohnes, wurde zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt, die sie 2005 antrat. Wer ist diese junge Frau, die Meteorologin werden wollte und mit 20 Jahren zum Kriegseinsatz in den Irak abkommandiert wurde? Waren die abfotografierten Folterungen und Demütigungen nur die Exzesse ein paar durchgeknallter Einzeltäter? Wurden sie geduldet? Oder gar von höherer Stelle angewiesen?

 

Pfalztheater Kaiserslautern, U2

Premiere: 11. März 2010

 

Regie und Ausstattung: Susanne Schmelcher

Dramaturgie: Axel Gade

Mit: Hannelore Bähr

Fotos: Isabelle Girard de Soucanton