AMIWIESEN

von Kerstin Specht

 

Mit dem geistig behinderten Mädchen ihrer einstigen Arbeitgeberin, die jetzt tot ist, dafür hat sie eigenhändig gesorgt, streift die Dienstmagd Anna Kern über matschige Wiesen. Die Amiwiesen an der bayrisch-thüringischen Grenze, wo sie eine Zeitlang glücklich war. Unmittelbar nach dem Krieg, verliebt in einen GI, aber er war verheiratet und ließ sie allein. Geheiratet hat sie später Herbert, doch das ersehnte Kind ging ihr ab, und sie verlor auch Herbert zu früh. Nach dem frühen Tod auch ihres Arbeitgebers war für Anna vom deutschen Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit nicht viel zu spüren. Tyrannisiert von dessen Frau hat sie nur noch Verachtung für sie übrig. Ihr Triumph kommt spät, aber nun hat sie endlich ein Kind ganz für sich allein. Auf dem Acker sitzend vergegenwärtigt sie sich ihr Leben, in der Erde nach Kartoffeln grabend, singend, dem Kind ihr Leben erzählend, zusehends erschöpft.

 

Eine Produktion für das Theater und Orchester Heidelberg im Rahmen des Festivals „Born with the USA“ auf dem ehemaligen US- Hospital-Gelände

Premiere: 3. Oktober 2014

 

Regie: Susanne Schmelcher

Bühne und Kostüme: Josefine Smid

Dramaturgie: Sonja Winkel

Mit: Christina Rubruck

Fotos: Annemone Taake